Bremen (ots) –

In der Radio Bremen-Talkshow blickte der Sänger auf seine Karriere zurück. Dabei kritisierte er viele aktuelle Entwicklungen in der Musikbranche und erklärte, eine Karriere wie die seine sei in Zeiten von Streaming-Playlisten kaum noch möglich.

Er steht seit mehr als 50 Jahren auf der Bühne und hat weit über 50 Millionen Alben verkauft. Jetzt ließ Howard Carpendale in der Radio Bremen-Talkshow „3nach9“ seine Laufbahn Revue passieren und betonte dabei vor allem die Bedeutung von Live-Auftritten. „Es gibt nichts, was man mit der Challenge vergleichen kann, ein paar Tausend Menschen auf einer Bühne zu bewegen“, gestand er am Freitagabend im Gespräch mit „3nach9“-Gastgeber Giovanni di Lorenzo.

„In diese Gesichter nach zweieinhalb Stunden zu schauen und zu sehen: Man hat sie bewegt, in Form von Lachen, Tanzen, Weinen.“ Genau das sei sein Ziel. „Ein Mensch ohne Ziele ist nicht in der Lage, glücklich zu sein“, so der Sänger, der mit Hits wie „Deine Spuren im Sand“ oder „Hello Again“ deutsche Popgeschichte schrieb.

Auf die Frage, ob er sich nun eher als Pop- oder Schlagersänger verstehe, antwortete Carpendale sehr spontan: „Es ist mir scheißegal.“ Und er fügte hinzu: „Ich singe gerne mal gute Schlager, aber ich bin kein Schlagersänger.“ Er betonte: „Das Wichtigste für mich, so lange ich diesen Beruf mache, ist es, Respekt zu bekommen.“ Dabei entstand allerdings nicht der Eindruck, der Star sei davon überzeugt, dass man ihm diesen Respekt auch voll entgegenbringe. Stattdessen konstatierte er: „Solange dieses Wort ‚Schlager‘ im Raum steht, wird es nie so sein.“

Mit Blick auf die gegenwärtige Situation der Musikbranche gab Howard Carpendale zu bedenken, eine Karriere wie die seine sei heutzutage kaum noch möglich. Offenbar fremdelt der 77-Jährige mit Entwicklungen wie Streaming-Playlisten, die dazu führen, dass viele Menschen kaum noch mit neuen musikalischen Eindrücken in Berührung kommen. Das hat aus seiner Sicht Folgen: „Wir werden auch nicht mehr ein ‚Atemlos‘ haben“, also einen Song, der die ganze Nation bewegt, wie eben jener Schlagerklassiker von Helene Fischer. „Die Zeit, in der wir jetzt leben, ist so fremd und so neu für mich“, gestand Carpendale. Grund dafür sei der Umstand, dass beispielsweise Texter und Komponisten heutzutage nicht mehr von ihrer Arbeit leben könnten. „Du kannst nur davon leben, wenn du auf eine Bühne gehst. Alles andere ist passé.“

Zudem herrsche in seiner Branche eine Art Sucht nach Party – und die damit verbundene Musik. „Bumm, bumm, bumm, 120 Beats die Minute, das ist seit zehn Jahren so“, kritisiert er sichtlich fassungslos. „Ich kann’s nicht hören.“ Das Wort „Party“ gehe ihm schlichtweg „auf den Keks“. Er wünsche sich einfach mehr Balladen und dass Texte wieder wichtig werden.

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