Hannover (ots) –

Während öffentlich über einen neuen Namen für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Streichung des Begriffs „Preußen“ aus dem Titel debattiert wird, treibt Präsident Hermann Parzinger einen Umbau voran, der intern für massive Kritik sorgt. Vertreter der renommierten Berliner Museen fühlen sich ausgebootet und fordern einen Stopp der Umstrukturierung. Das geht aus einer gemeinsamen Recherche des Online-Magazins Telepolis (https://www.telepolis.de/) und der Berliner Zeitung hervor.

Die beiden Redaktionen berichten am heutigen Donnerstag (30.03.) über ein internes Protestschreiben aus den Berliner Museen. Vertreter der Verwaltung dieser Häuser fordern darin ein Stopp des Umbaus. Vor allem die Ankündigung Parzingers, die Generaldirektion der Berliner Museen aufzulösen, provoziert scharfe Kritik.

Bei diesem Gremium sind museumsübergreifende Aufgaben angesiedelt, etwa Sicherheit und Kommunikation. Was die Auflösung bringen soll, bleibt unklar: Die Generaldirektion hat mit der kritisierten Führungsebene um Parzinger nichts gemein. Doch genau dieser Überbau sollte aufgelöst werden, hatte im Jahr 2020 der Wissenschaftsrat gefordert.

Das 1957 von Bund und Ländern gegründete Beratungsgremium plädierte damals dafür, die Berliner Museen, die Staatsbibliothek zu Berlin, das Geheime Staatsarchiv und das Ibero-Amerikanische Institut organisatorisch selbständig zu machen und als bundeseigene Einrichtungen weiterzuführen. Das Gutachten war für den seit 2008 amtierenden Parzinger vernichtend: Unter seiner Leitung sei es zu einer „strukturellen Überforderung“ der Stiftung gekommen.

In den betroffenen Kultureinrichtungen kursiere nun die Vermutung, so Telepolis und Berliner Zeitung, die Namensdebatte sei eine Nebelkerze, um von nachhaltigen Strukturreformen abzulenken. Dies würde auch Fragen zur Rolle von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) aufwerfen, die sich für eine Umbenennung stark gemacht hatte. Zum Reformstreit schweigt sie bislang.

Die Museumsvertreter merken in ihrem Protestbrief jedenfalls kritisch an, Parzinger wolle einen bestehenden „Interimsvorstand der SPK-Reform unter Leitung des SPK-Präsidenten stellen, also ihre eigene Leitung“.

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