München (ots) –

Die geplanten Themen:

Die offene Gesellschaft in der Krise

Die Gesellschaft scheint sich in Krisenzeiten immer stärker in verhärtete Lager zu spalten. Konservative, rechte Politiker und Publizisten entfachen wahre Stürme der Entrüstung gegen ein Heizungstauschgesetz, gegen wokes Gendern, gegen Fleischverzicht, gegen Klima-Aktivismus. Angeblich, so der Vorwurf, drohe die Einschränkung der individuellen Freiheit in einer libertären Gesellschaft. Doch wie begründet ist diese Angst tatsächlich, wie viel davon ist nur medial erzeugt und wie stark behindert sie eigentlich vernünftige und dringend notwendige Entscheidungen und Entwicklungen für die Zukunft?

Die Filmfestspiele Cannes

Die 76. Filmfestspiele in Cannes bieten die berühmte, wohldosierte Mischung: große Stars, Glamour und eine Prise Skandal. Zwar sind mit sieben Filmemacherinnen so viele weibliche Regisseurinnen wie noch nie am Start, im Zentrum freilich dürften doch alte Cannes-Darlings stehen: Ken Loach, Wim Wenders oder der schon verloren geglaubte Aki Kaurismäki. Große Attraktionen sind zudem außerhalb des Wettbewerbs zu sehen: Johnny Depp eröffnete mit „Jeanne du Barry“, es folgen Harrison Ford mit dem neuesten „Indiana Jones“ sowie Altmeister Martin Scorsese, der erstmals seine beiden Lieblingsschauspieler vor der Kamera vereint: Robert De Niro und Leonardo DiCaprio. „ttt“ zieht eine erste Zwischenbilanz des Festivals.

Was der Tag bringt: David Schalko

Er ist Regisseur, Produzent, Entwickler von Fernsehformaten, Autor: David Schalko. Mit Serien wie „Braunschlag“ und „Altes Geld“ oder der Late-Night-Show „Willkommen Österreich“ hat er sich in unserem südlichen Nachbarland Legendenstatus erworben. Ein Markenzeichen: sein abgründiger, sehr morbider Humor. Umso erstaunlicher, dass er sich in seinem neuen Roman „Was der Tag bringt“ nachdenklich und melancholisch zeigt. Er schildert die kollektive Erschöpfung nach der Pandemie und geht der Frage nach: was bleibt vom Menschen nach diversen Häutungen. Ein Portrait.

Darker Schlager

Die Paten sind unverkennbar Jaques Brel und der frühe Scott Walker. Zuweilen erkennt man in den Melodien Udo Jürgens und textlich steht Nick Cave am Wegrand. Tristan Bruschs Album „Am Wahn“ ist eine raffiniert-kalkulierte Provokation: zu eingängigen, schlagerhaften Melodien wird Existentielles und Abgründiges verhandelt. Etwa wenn er in dem Song „Baggersee“ zu Easy Listening von Chemo-Therapie und allmählichem Sterben erzählt.

Die Vulkanfotografin Ulla Lohmann

In das Feuer blicken. Die Hölle. Ulla Lohmann kommt Vulkanen so nahe wie sonst niemand. Als erste Frau ist sie 600 Meter tief in den Krater eines Vulkans abgestiegen, bis sie direkt am Flammen-Meer stand. Ein ebenso spektakuläres wie lebensgefährliches Vorgehen. Sie macht fantastische Fotos von Vulkanen, um die absolute Gegenwart zu spüren.

Moderation: Siham El-Maimouni

„ttt – titel thesen temperamente“ ist am Sendetag ab 20:00 Uhr in der ARD Mediathek verfügbar.

Redaktion: Lars Friedrich (BR)

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Quelle: ots